KTM Abgasskandal
- Mahmut Özsöz
- vor 4 Tagen
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Der österreichische Motorradhersteller KTM verkauft Motorräder mit einer Zulassung, die nicht dem tatsächlichen Einsatzzweck entspricht. Händler bewerben zudem Umbauten, durch die die Fahrzeuge ihre Zulassung verlieren würden. Ein großer Teil der tausenden zugelassenen KTM-Enduro-Motorräder dürfte daher nicht straßentauglich sein und dennoch im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden. KTM sieht die Verantwortung hierfür bei den Käufern. Diese setzen sich damit einem erheblichen finanziellen und rechtlichen Risiko aus.
50 statt 15 PS
Aus einer offiziell auf 15 PS gedrosselten Maschine macht KTM auf diese Weise eine der erfolgreichsten Offroad-Maschinen am Markt: Aus 15 werden 50 PS. Enduros sind für den Einsatz abseits öffentlicher Straßen konzipiert. Abseits der Straßenverkehrsordnung bewegen sie sich durch unwegsames Gelände – ein legaler Motorsport für Begeisterte.
Problematisch wird es, wenn diese Motorräder ungedrosselt im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden, etwa auf dem Weg zu Wettbewerben oder – wie zahlreiche Videos in sozialen Medien zeigen – einfach zum Freizeitvergnügen. Laut Statistik Austria waren 2025 rund 11.000 Enduros von KTM sowie den Schwestermarken GasGas und Husqvarna in Österreich zugelassen. Wie viele davon tatsächlich ungedrosselt unterwegs sind, lässt sich nicht genau beziffern. Die Recherchen legen jedoch nahe, dass ihre Zahl erheblich sein könnte.
Offenes Geheimnis
In Österreich dürfen nur gedrosselte Enduros im öffentlichen Straßenverkehr verwendet werden. Nur diese verfügen über eine gültige Typisierung und erfüllen die gesetzlichen Vorgaben. In der Szene gilt es jedoch als offenes Geheimnis: KTM liefert die Motorräder zwar in gedrosseltem Zustand an seine Händler aus, legt die für den Umbau erforderlichen Teile jedoch gleich mit in dieselbe Kiste. Die Händler nehmen anschließend den Umbau vor und passen die KTM-Software entsprechend an. Technisch versierte Fahrer können diese Änderungen auch selbst durchführen.
KTM erklärte auf Anfrage, die Umbauten erfolgten „auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden“. Die „nachträglichen Anpassungen an den Fahrzeugen“ seien „für den Einsatz im Wettbewerb“ bestimmt. „Im Rahmen solcher kundenseitig initiierten Wettbewerbsumbauten weist der Händler seinen Endkunden ausdrücklich darauf hin, dass die Straßenzulassung erlischt und das Fahrzeug nicht mehr im öffentlichen Straßenverkehr verwendet werden darf“, teilte das Unternehmen mit.





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